Lernen in London und Wien

Zwischen Afternoon Tea und Topfengulatschen: Geiping-Azubis sammeln Ideen & Inspiration im Ausland
Lüdinghausen. Alles andere als eintönig war der Arbeitsalltag der zwei jungen Frauen, die sich im Namen der Bäckerei Geiping für drei Wochen zu einem „Bildungstrip“ der besonderen Art aufgemacht hatten. Saskia Pelka, Auszubildende zur Bäckereifachverkäuferin im dritten Lehrjahr, und Maleen Przybilla, Auszubildende zur Konditorin im zweiten Lehrjahr, tauschten im September und November des vergangenen Jahres fast einen Monat lang ihre gewohnte Arbeitsumgebung gegen eine gänzlich fremde – und spannende – neue Wirkungsstätte ein. Für die 21-jährige Saskia Pelka ging es nach Wien. Ihr Einsatzort: Eine der ältesten Spezialitätenbäckereien der Stadt, Bäckerei Arthur Grimm. Maleen Przybilla durfte ihren 18. Geburtstag im Herzen Englands erleben – im Einsatz in London für die beeindruckende Konditoreiabteilung des Traditionswarenhauses Harrods.
„Wir haben als Unternehmen zum ersten Mal unseren Nachwuchs ins Ausland geschickt, um dort bereichernde Erfahrungen und Inspiration zu sammeln“, erklärt Ulrike Geiping, Geschäftsführerin der Lüdinghausener Bäckerei Geiping, einem Familienunternehmen in nunmehr vierter Generation. Finanziert wurde die Reise durch das EU-Bildungsprogramm ERASMUS. In der Zeit der Reise zahlt der Arbeitgeber den Lohn weiter. „Es tut uns gut zu sehen, wie junge, fachlich engagierte Menschen ihren erfolgreichen Weg in unserem Unternehmen gehen. Und sich mit anderen Betrieben zu vergleichen, kann nur motivieren“, so Ulrike Geiping. Denn ein Stück weit sieht sie ihre Auszubildenden natürlich auch als „Aushängeschild der eigenen Qualität, die ausgezeichnete Leistungen auch im Wettbewerb bringt“. „Schließlich haben wir nicht ohne Grund eine Auszeichnung des Magazins „Feinschmecker“ bekommen, die uns nun zu den 500 besten Bäckern Deutschlands zählt.“
Von den Erfahrungen in London und Wien profitieren die jungen Frauen noch Monate später in ihrer aktuellen Arbeitspraxis: „Es war einfach toll, auch mal eine ganz andere Kultur in einem ganz neuen Ambiente zu erleben“, schwelgt Maleen Przybilla in positiven Erinnerungen. „Allein was alles zum berühmten Afternoon Tea gehört oder wie anders auch das Gespür für Süße in London war, das war schon sehr interessant“, so die 18-Jährige, die heute wieder regulär in der Konditorei in der Lüdinghausener Zentrale ihren Dienst leistet. Ein besonderes, exklusives, Highlight bei Harrods: „Es war sehr cool, dass wir dort sogar mit Blattgold arbeiten durften“, schwärmt die angehende Konditorin. Und noch ein Unterschied: „Anders als wir es in Deutschland gewöhnlich tun, wird in England viel mit Lebensmittelfarbe gearbeitet“, erklärt Maleen Przybilla.
So richtig eingetaucht in die Welt des „Wiener Schmäh“ und der Kaffeehauskultur Österreichs war auch Saskia Pelka. Die 21-Jährige steht in ihrem Alltag als angehende Bäckereifachverkäuferin eigentlich an der Verkaufstheke einer Hammer Filiale der Bäckerei Geiping. Was sie in der Wiener Bäckerei Grimm hatte erleben dürfen, begeistert sie auch heute, einige Monate danach, noch für die „Seele ihres Jobs“. „Es war am ersten Tag mit all den neuen Herausforderungen noch ein mulmiges Gefühl, aber das änderte sich wirklich sehr schnell“, so Saskia Pelka. „Ich habe zum Beispiel auch auf der Straße dort mit Flyern und Snacks für die „Nacht des Backens“ geworben, ganz viele spannende neue Produktbezeichnungen gelernt – zum Beispiel, dass die „Topfengulatsche“ unser Quarkplunder ist - und Tag für Tag fühlte ich mich immer sicherer“, resümiert die junge Auszubildende. „Die Zeit in der ‚Stadt der Süße‘ war superschön und ich kann es jedem empfehlen, mal beruflich so über den Tellerrand zu schauen.“ Ein schönes Kompliment aber hat sie noch für ihre „Heimat“ parat: „Trotz der unvergesslichen Zeit dort bin ich auch wirklich froh, dass ich wieder hier mit meinen Kollegen zusammen bin“, schmunzelt die baldige Bäckereifachverkäuferin. 
 
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